Carl Joachim 

Ludwig Stiftung

Über Carl Joachim Ludwig

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Carl Joachim Ludwig wurde am 20.10.1931 in Zittau als erster Sohn des Pfarrers Dr. Martin Ludwig und seiner Ehefrau Herta geboren. Nachdem die Familie Ludwig aufgrund der Versetzung des Vaters nach Bautzen gezogen ist, entdeckten die Eltern die musische Begabung des sechsjährigen Joachim; der erste Klavierunterricht sowie die Mitgliedschaft als Sängerknabe im damals berühmten Inquilliner Chor am Dom St. Petri in Bautzen folgten bald darauf.

 

Schon mit zehn Jahren begann sein Schaffen als Komponist, mit zwölf Jahren hatte er sein Debüt am Klavier im städtischen Gymnasium Bautzen. Aufgrund einer Stelle als Superintendent übersiedelte der Vater mit seiner Familie nach Dresden. 

In dieser Zeit begann auch Joachims musikalische Ausbildung an der Musikhochschule Dresden. Später siedelte Joachim Ludwig als erwachsener Mann nach Berlin über, um an der dortigen Musikhochschule, unter anderem bei Gerhard Puchelt und Boris Blacher, zu studieren. 1957 legte er dann wegen seiner besonderen Begabung das Solistenexamen der Meisterklasse ab. Ein Jahr später, 1958, erhielt er dann ein Stipendium für das berühmte Mozarteum in Salzburg, wo er Unterricht bei Herbert von Karajan und Lovro von Matačić genießen durfte. 

 

Als wiederum Meisterklassenstudent erhielt er dann 1959 ein Stipendium der französischen Regierung für die Universität Sorbonne. In den Folgejahren bereiste Ludwig Afrika und Amerika und komponierte neue Stücke. So schrieb er 1964 „Stenogramme für acht Instrumente“ und 1967 „Trois Préludes für Klavier und Elektronik“. Im Rahmen der Olympischen Spiele in München 1972 wurde der inzwischen in Berlin, München und Los Angeles lebende Komponist beauftragt, eine Oper zu schreiben. Die dann geschaffene Oper „Rashomon“ erfreute sich bei der Uraufführung in Augsburg großer Beliebtheit. 1973 komponierte Ludwig sein 2. Klavierkonzert, 1974 „Statement für Streicher“.

 

Nach diesen großen Erfolgen versuchte sich mit Erfolg Joachim Ludwig auch an der Tätigkeit als Regisseur und Filmproduzent. So produzierte er unter anderem für den Bayerischen Rundfunk weltweit Filme wie zum Beispiel „Unheimliche Geschichten“. Außerdem schuf er den international gezeigten Spielfilm „Julie Darling“, arbeitete für das ZDF und machte Motion Pictures an dem Outdoor-Music / Theater Festival in Würzburg. Anfang 1983 produzierte er die TV-Serie „Olympics go West California“, 1984 folgten dann weitere Filme in Europa und den USA. 1987 produzierte er in den USA die TV-Serie „California Highway“, wofür er später zwei Awards erhielt. 1988 war er für Fernsehanstalten in England, Irland (Chanel 4), Österreich (ORF) und in den USA (siehe „California“- Serien) sowie für den Sender RTL Luxemburg tätig. 1989 folgten dann noch Fernsehbeiträge mit den Namen “King Cotton & Alligators“, Portraits über die US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia, South Carolina und Florida. Hier konnte Ludwig stolz zwei goldene Awards des Southern California Motion Picture Council in Empfang nehmen.

 

Während seiner Erfolge als Filmproduzent vernachlässigte Ludwig sein größtes Talent jedoch nicht und wirkte als Komponist und Musiker weiter: Im April 1981 spielte er im Großen Festspielhaus in Salzburg das 2. Klavierkonzert von Chopin, im Herbst desselben Jahres wurden „Six Continental Statements“, ein Werk für Klavier, Chor und Perkussionsinstrumente, bei den Vereinten Nationen uraufgeführt. 1983 hatte er sein erstes Klavierkonzert gleich 23 Mal in zahlreichen Städten der USA zu Gehör gebracht.

Währenddessen produzierte er auch seine eigenen Langspielplatten „Piano Power“ und „Magic Piano“ und nahm 1986 sein 2. Klavierkonzert mit dem Bamberger Sinfonieorchester als Schallplatte auf. In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren konzentrierte er sich vermehrt auf das Geben von Konzerten und Schaffen von neuen Kompositionen. 

 

Am 01.03.1994 verstarb Joachim Ludwig nach schwerer Krankheit in München. Er wurde nur 62 Jahre alt.